PZ

 

Durchhalten, Überleben, Punkten, Ziel erreichen – die To-Do-Liste (siehe Aufstieg-Shirts) wurde von den TG-88-Handballerinnen in der Oberliga erfolgreich abgearbeitet. Fotos: Ripberger, TG 88 (2)07.05.2018

Durchhalten, Überleben, Punkten, Ziel erreichen – die To-Do-Liste (siehe Aufstieg-Shirts) wurde von den TG-88-Handballerinnen in der Oberliga erfolgreich abgearbeitet. Fotos: Ripberger, TG 88 (2)

 

Vorfreude auf die 3. Liga: Handballerinnen der TG 88 planen für die neue Runde

Pforzheim. Die Vizemeisterschaft wurde gefeiert wie eine Meisterschaft. Nach dem Heimspiel am Sonntag gegen die FSG (Frauenspielgemeinschaft) Donzdorf/Geislingen ließen es die Spielerinnen der TG 88 Pforzheim so richtig krachen.

Zurecht: Schließlich spielten die Oberliga-Handballerinnen eine überragende Runde, mussten dabei viele Rückschläge wegstecken, am Ende reichte es dennoch für Platz zwei und den direkten Wiederaufstieg in die 3. Liga. Die PZ blickt noch einmal zurück auf die Saison Nummer eins nach der Auflösung der HSG Pforzheim und wagt einen Ausblick auf die kommende Saison.

Wie lange wurde am Sonntag noch gefeiert?

Trotz der 22:30-Niederlage im letzten Saisonspiel ließ sich die Mannschaft die Stimmung nicht vermiesen. Schon kurz nach dem Abpfiff floss der Sekt in Strömen. Auf dem Feld wurde Trainer Mathias Schickle „geduscht“ und auch später ging es bei Freibier und Gegrilltem feucht-fröhlich in der Fritz-Erler-Sporthalle zu. Pforzheims Erster Bürgermeister Dirk Büscher nahm höchstpersönlich die Aufstiegsehrung vor.

Gab es irgendwelche Schwierigkeiten nach der Auflösung der HSG Pforzheim im vergangenen Jahr?

Überhaupt nicht. Der Wiederaufstieg spricht für sich. Und dieser war vor der Saison keineswegs ein Muss. Innerhalb von zwei Jahren wollte man wieder hoch, so war der Plan. Doch die Mannschaft fand schon in dieser Runde schnell zusammen, kassierte zwar zwei Niederlagen in den ersten vier Spielen, doch von da an lief es. Am Ende musste man nur der SG Kappelwindeck/Steinbach, die man zweimal bezwang (27:23 und 30:26) den Vortritt lassen. „Wir haben mehr erreicht als erwartet“, freut sich TG-Trainer Mattias Schickle über den direkten Wiederaufstieg in Liga drei.

Was hat dem Trainer in dieser Runde gefallen?

„Die Mischung der Mannschaft hat gepasst“, sagt Schickle. Stark waren vor allem die Charaktere der Spielerinnen. „Als Trainer verlangt man ja gerne mal etwas mehr von seinen Schützlingen. Vor dem Engagement der Spielerinnen kann ich nur den Hut ziehen. Sie haben nie gejammert und trotz der vielen Ausfälle immer wieder die Ärmel hochgekrempelt.“

Ein großes Lob gab es von Schickle an die Adresse von Physiotherapeut Markus Herbst aus Keltern. „Wir haben kurzfristig eine Kooperation mit ihm geschlossen. Er hat viel für uns gemacht. Das war klasse.“

Womit war der Trainer nicht so zufrieden?

„Es hat lange gedauert, bis wir spielerisch zusammengefunden haben“, so der 55-jährige Coach. Problematisch, aber nicht weiter tragisch, sei der dünne Kader gewesen. Künftig will man breiter aufgestellt sein.

Wer waren die Leistungsträgerinnen?

Rückkehrerin Justine Stindl und Neuzugang Dina Bergmane-Versakova verstärkten wie erwartet den Rückraum und führten mit ihrer Erfahrung das Team. Selbstverständlich spielte auch Anika Henschel in dieser Runde wieder eine tragende Rolle. Die Topscorerin der vergangenen Saison war auch in dieser Runde wieder enorm treffsicher. Kurios: alle drei Spielerinnen verletzten sich im Saisonfinale schwer. Während Anika Henschel (doppelter Bänderriss) und Dina Bergmane-Versakova (kleiner Einriss im Kreuzband, keine OP nötig) in der Vorbereitung auf die kommende Runde wieder am Start sein werden, steht Justine Stindl (Achillessehnenriss) der TG 88 wohl erst wieder zur Rückrunde zur Verfügung. Einen großen Anteil am Wiederaufstieg hatte auch Stefanie Kurstak. Die 31-jährige Spielmacherin ist für Schickle das „Hirn der Mannschaft.“

Wer kommt, wer geht?

Vier Neuzugänge stehen schon fest. Nina Treml kommt vom Badenligisten TG Neureut. Die 21-jährige Studentin für Wirtschaftsingenieurwesen spielte zuvor unter anderem in Eggenstein und Leopoldshafen. Sie kann auf Linksaußen aber auch im Rückraum eingesetzt werden.

Schon länger trainiert unterdessen Anna Hauk bei der TG 88 mit. Die 20-Jährige studiert Wirtschaftsrecht an der Hochschule in Pforzheim und spielte in der abgelaufenen Saison noch für die SG Dornstetten in der Südbadenliga. Davor war die Linkshänderin in Altensteig aktiv, wo sie sämtliche Jugendmannschaften durchlief. Anna Hauk wird sich auf Rechtsaußen einfinden.

Die Dritte im Bunde ist Theresa Maier. Die 23-jährige Architektur-Studentin (in Karlsruhe) kommt vom Verbandsligisten SG Stutensee-Weingarten und ist vorwiegend im Rückraum einsetzbar.

Last but not least verstärkt mit Susanne Dohe eine sehr erfahrene Spielerin den TG-Kader. Die 33-jährige Pädagogin spielte schon für Mainz in der 2. Liga, zuletzt war die Linkshänderin (Rückraum) für den TSV Kandel in der 3. Liga aktiv, bevor sie eine Schulterverletzung ausbremste. Die TG 88 ist außerdem noch an einer starken Kreisläuferin dran. Das Pforzheimer Team scheint also für die neue Runde schon gut gerüstet. Verlassen werden den Verein Alice Steegmüller und Carolin Scheuerlein (beide zur SG Leonberg/Eltingen). Deborah Müller tritt etwas kürzer.

Mit welchem Saisonziel startet die TG 88 in die neue Drittliga-Saison?

Klassenerhalt. „Vielleicht ist ja mehr drin. Das hängt aber von der finalen Kaderzusammenstellung ab und wann die Rekonvaleszenten wieder an Bord sind“, so Schickle.